Wanderberichte

Bestes Wanderwetter am 17. Juli nach der Hitzeperiode. Der Einstieg in eine abwechslungsreiche Wanderung war das Fliednerdorf. Kirchlich betrachtet, gehört es mit seiner eindrucksvollen Kirche seit 2026 zur Brückengemeinde. Der achteckige Bau erinnert an den Aachener Dom – nur kleiner und in moderner Interpretation; die Pastelltöne verleihen dem Bau ein mediterranes Flair. Der Weg durch die ausgedehnten Weideflächen führt direkt in den Wald. Aber vorher heißt es noch „Achtung freilaufender Bulle!“

Auch das Waldgebiet zwischen Rittersporn und Mispelkamp ist flach, durchzogen von Entwässerungsgräben, die allesamt ausgetrocknet sind. Wir befinden uns auf einer Hochfläche, die in der Eiszeit entstanden ist. Zwischen Mispelkamp und Fährbaum gibt es einen malerischen Verbindungsweg; man glaubt, dass einem gleich „Rotkäppchen und der Wolf“ entgegenkommen. Stattdessen wird berichtet, dass in der Nähe der Vorbereiter dieser Wandertour von einem freilaufenden jungen Hund angefallen wurde. Das Hundchen hatte allerdings die Größe eines erwachsenen Schäferhundes und wollte Günter nur abknutschen. Während am Vortag noch reichlich Hundeverkehr im Wald herrschte, war es heute erstaunlich still. Über dem Wildpfad an der Wambachbrücke erreichten wir den Oemberg. Vom Nachbarsweg vorbei an der Sternwiese ging es leicht bergauf zur Endstelle der Straßenbahn.

Im „Waldschlösschen“ endete eine gemütliche Tour – 2,5 Stunden durch den schattigen Sommerwald.

Text und Fotos: Günter Fraßunke

 

Zuerst eine Bustour wie im Urlaub: mit dem 134er auf „unserer“ Ruhrseite von Saarn über Mintard nach Kettwig – allein das war schon ein Erlebnis.

Es folgte eine Stunde auf dem Leinpfad vorbei am Kattenturm, dem Rest eines Rittersitzes aus dem 13. Jahrhundert. An der Mündung des Wolfsbachs schwenktendie Netzwerk-Wanderer und folgten dem malerischen Bachlauf bis auf die Bredeneyer Höhe – von 40 Höhenmetern auf 233 m, wo die Essener 1921 ihren Wasserturm für die Trinkwasserversorgung der südlichen Stadtteile errichteten.

Am Weg dahin war der Friedhof einen Besuch wert wegen der langen historischen Gräberzeile der im 17. Jahrhundert nach Essen eingewanderten Patrizierfamilie Waldthausen. Die meisten der alten Gräber wurden wegen des Baus der A40 vom Kettwiger Tor (hinter dem Hauptbahnhof) nach Bredeney umgebettet.

Am Ende der Tour warfen wir noch einen Blick auf die Goethe-Schule und das Rathaus – beides monumentale Architektur aus der Kaiserzeit. Mit Straßenbahnen ging es zügig nach Mülheim zum gemeinsamen Mittagessen.

Text und Fotos: Günter Fraßunke

… das allein klingt schon seltsam genug. Aber dass sich die Wanderer vom Broicher Netzwerk nicht von markierten Wanderwegen leiten ließen, sondern von dem möglicherweise längsten Bach in Mülheim als Leitschnur, kommt noch hinzu.

Da blickten auf der Höhe des Dümptener Schildbergs mit seinen 90 Metern die 12 Wandersleute an der Schobes Heide in den tief eingeschnittenen Quelltopf des Zechenbachs. In den vergangenen 70 Jahren ist hier der Boden mit Einfamilienhäusern versiegelt und der Bach an vielen Stellen ins Rohr geschickt worden. In Oberhausen tritt er stellenweise wieder zu Tage. Aber einiges wurde renaturiert: statt Zechenhalde Roland der Stadtpark Rolandshalde – oder konserviert: der Feldmannpark mit der alten Kopfweide am ehemaligen Bach – aber hier soll vielleicht doch der Bagger kommen. Von dem um 1100 gerodeten Waldhufendorf Styrum entlang des Bachs im Zuge der Alsen-, Schwerin- und Meidericher Straße ist kaum noch etwas zu erahnen. Nur Günter Fraßunke kannte den Verlauf und die Bauernhöfe noch aus seiner Jugend.

Der Wandel der Landschaft in so kurzer Zeit zeugt einerseits von wirtschaftlicher Dynamik, aber auch von der fehlenden Sensibilität der Planung in der vorhandenen Landschaft. – Versöhnend war da die kroatische Gastfreundschaft am Alstadener Ruhrpark.

 

Am 24. Oktober war es wieder so weit: Wandern mit dem Netzwerk Broich – und wie schon so oft an dem einzigen Tag mit Wanderwetter inmitten einer verregneten Woche.

Diesmal führte der Weg vom Raffelbergpark über den Kaiserberg durch Duissern und den ÖPNV-Tunnel am Hauptbahnhof. Wanderplaner Günter machte auf den Steilhang eines alten Ruhrlaufs mitten im Monningwald aufmerksam und auf den Schwachpunkt des Kaiserbergs, der großenteils aus Geschiebe besteht, das der eiszeitliche Gletscher hier angehäuft hat. Einer Klosteranlage aus dem 13. Jahrhundert wurde der unsichere Grund zum Verhängnis. Es war nicht der Teufel, der die unkeuschen Schwestern in die Tiefe zog, wie die Legende glauben machen will – „Fake News“ des Mittelalters.

Die Königsberger Allee, ein breiter Grünzug mit einigen schönen Häusern und einer Trinkhalle in einem Kriegsbunker, führt zum Bahnhof. Bald ist der König-Heinrich-Platz erreicht, der mit seinem Namen daran erinnert, dass der erste deutsche König mehrmals die Regierungsgeschäfte von Duisburg aus erledigte. Heute kommen an diesem zentralen Platz Handel, Justiz und Kultur zusammen.

Durch das Wasserviertel mit seinen nach Flüssen benannten Straßen gelangten wir in die Altstadt, die an mehreren Stellen noch Reste der Stadtmauer aus dem Mittelalter zeigt. Auf einem großen archäologisch ausgewerteten Areal der Hanse- und Reichsstadt entsteht auf altem Straßengrundriss eine kleinteilige Bebauung. Das rekonstruierte Wohnhaus des Kartografen Gerhard Mercator soll ein Kartografie-Museum werden.

Mercator, der die Navigation auf See revolutionierte, wurde in der Salvatorkirche bestattet, wo seine Grabtafel neben denen von Professoren der alten Duisburger Universität betrachtet werden kann. Da nun auch die Sonne die Wolkendecke vertrieben hatte, konnten die Netzwerker sich vom Farbenspiel der Kirchenfenster verzaubern lassen.

In einem ehemaligen Speicherhaus im Innenhafen klang die Wanderung aus bei niederrheinischer und bayrischer Küche.

Text: Günter Fraßunke
Fotos; Paul Steinhauer

Eine typische Wanderung in der Siepenlandschaft rechts der Ruhr unternahmen neun Netzwerkwanderer am 19.September. wieso „typisch“? – Zehnmal ging es bergauf und bergab, vorbei an einigen Erinnerungsorten des Mülheimer Bergbaus.

Günter Fraßunke hatte sich eine Tour ausgedacht, die die Wandersleute durch meist unbekanntes Gelände führte: Auch Dümpten hat einen Bürgerbaum, im Randenbergtal spielt die Musik der BAB, Straßennamen wie Steiger- und Knappenweg, die ehemalige Szenelokalität Winkhaus im Eppinghofer Bruch, eine Kontrollstelle an einem alten Schacht, der jüdische Friedhof mit seinen alten und neuen Grabsteinen, die Gedenktafel an die Zeche Wiesche, der ultimative Steilanstieg Kuhlendahl mit zwei Kötterhäusern, der uns unmittelbar zur Luisenschule führte. Auf 10 Kilometern Wanderstrecke gab es also viel zu sehen und Bachtäler zu überwinden. Das ist hier nur eine Auswahl.

Die Belohnung erwartete uns im gut besuchten Biergarten auf der Ruhrpromenade.