Bestes Wanderwetter am 17. Juli nach der Hitzeperiode. Der Einstieg in eine abwechslungsreiche Wanderung war das Fliednerdorf. Kirchlich betrachtet, gehört es mit seiner eindrucksvollen Kirche seit 2026 zur Brückengemeinde. Der achteckige Bau erinnert an den Aachener Dom – nur kleiner und in moderner Interpretation; die Pastelltöne verleihen dem Bau ein mediterranes Flair. Der Weg durch die ausgedehnten Weideflächen führt direkt in den Wald. Aber vorher heißt es noch „Achtung freilaufender Bulle!“

Auch das Waldgebiet zwischen Rittersporn und Mispelkamp ist flach, durchzogen von Entwässerungsgräben, die allesamt ausgetrocknet sind. Wir befinden uns auf einer Hochfläche, die in der Eiszeit entstanden ist. Zwischen Mispelkamp und Fährbaum gibt es einen malerischen Verbindungsweg; man glaubt, dass einem gleich „Rotkäppchen und der Wolf“ entgegenkommen. Stattdessen wird berichtet, dass in der Nähe der Vorbereiter dieser Wandertour von einem freilaufenden jungen Hund angefallen wurde. Das Hundchen hatte allerdings die Größe eines erwachsenen Schäferhundes und wollte Günter nur abknutschen. Während am Vortag noch reichlich Hundeverkehr im Wald herrschte, war es heute erstaunlich still. Über dem Wildpfad an der Wambachbrücke erreichten wir den Oemberg. Vom Nachbarsweg vorbei an der Sternwiese ging es leicht bergauf zur Endstelle der Straßenbahn.

Im „Waldschlösschen“ endete eine gemütliche Tour – 2,5 Stunden durch den schattigen Sommerwald.

Text und Fotos: Günter Fraßunke

 

In den offiziellen Veröffentlichungen der Fliedner-Stiftung ist nichts über die Architekten des Fliednerdorfs zu finden. Hier das Ergebnis meiner Recherchen:

Sechs renommierte Architekten, darunter der Architekt und Stadtplaner Rob Krier, gestalteten das Dorf mit unterschiedlichen Bauformen und Charakteristika. Durch seine innovative Gestaltung fand das Fliednerdorf internationale Beachtung und gilt als Modellprojekt für integratives Wohnen, das Gemeinschaft und Individualität in Einklang bringt.

Rob Krier (*1938 in Grevenmacher – ϯ 2023 in Berlin) war ein luxemburgischer Stadtplaner, Architekt und Bildhauer.

Architekturstudium an der TU München und TH Stuttgart – Lehrtätigkeit in Lausanne, Wien und Berlin

Er setzte sich kritisch am Fallbeispiel von Stuttgart mit den Stadtstrukturen der Nachkriegsmoderne auseinander und entwickelte aus den Vorbildern historischer Städte neue Straßen- und Platzräume für das Leben in der Stadt *). 1975 veröffentlichte er seine Untersuchungen in dem Buch ‚Stadtraum in Theorie und Praxis‘, das ihn international bekannt machte.“
*) „Die Städtebaubibel der Postmoderne“

Rob Krier war auch Bildhauer, der auch Figuren im Bronzeguss gestaltete – durch Vergleich mit Kriers anderen Arbeiten trägt auch das Kruzifix in der Fliednerkirche seine Handschrift.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Rob_Krier